Christkönig: Die Krone teilen

24. November 2019.

„Die Ratsherren aber verhöhnten ihn und sagten: ‚Anderen hat er geholfen; er helfe sich selbst, wenn er der Messias Gottes ist, der Erwählte.‘ Es verspotteten ihn auch die Soldaten, indem sie hingingen, ihm ‚Essig‘ reichten und sagten: ‚Bist du der König der Juden, so hilf dir selbst!‘.“  (Lk 23, 35- 38)

Die Kirche beendet das liturgische Jahr immer mit einem besonderen Fest: dem Christkönig Hochfest. Mit dieser Feier will sie ihre Überzeugung davon verkünden, dass Jesus von Nazareth der Sohn Gottes, des wahrhaftigen Herrn des Universums, ist. Aber dieser Glaube an die Göttlichkeit und die Macht Christi lässt sie die Schwäche des Herrn nicht verbergen. Und deswegen wählt sie als Text für die sonntägliche Evangelienlesung den aus, der Christus im Moment Seiner grössten Zerbrechlichkeit, Seiner grössten Hinfälligkeit zeigt: den des Kreuzes.

Am Christkönig Hochfest dieses Jahres lädt uns das „Lebenswort“ ein, uns daran zu erinnern, dass der Herr, den wir lieben und anbeten, mit Dornen gekrönt ist und nicht mit Gold oder Diamanten. Und das führt uns zu dem Wunsch, uns mit Ihm zu solidarisieren. Es kann nicht anders sein, wenn wir Ihn wirklich lieben. Könnte eine Mutter im Überfluss leben, während ihre Kinder verhungern? Ist es einem Freund möglich zu vergeuden, während sein Kamerad Entbehrungen durchmacht?

Wenn nun diese Fragen einzig mit „nein“ beantwortet werden können, dann müssen wir auch die gleiche Antwort geben auf die Frage nach unserer Solidarität mit dem König, der mit Dornen gekrönt ist. Wir können kein ruhiges Gewissen haben, während Er sich in diesem Zustand befindet, damals wie heute, während Er Hunger, Durst, Einsamkeit und Ungerechtigkeit leidet. Wir müssen eilen, Ihn von Seiner Schmerzenskrone zu befreien. Und um das zu tun, müssen wir sie von der Stirn derer entfernen, die sie tragen: aller, die leiden. Wenn wir das tun, werden wir uns selbstverständlich an den Dornen stechen. Aber diesen Preis bezahlen wir bereitwillig, um den Schmerz dessen zu lindern, der der Erste in unserem Leben ist: unser König Christus.

Vorsatz: Bete Christus an und weise Ihm den ersten Platz in deinem Leben zu, durch konkrete gute Werke am bedürftigen Nächsten! Denn wenn du ihm hilfst, dann hilfst du unserem gekreuzigten Herrn.

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