2. Sonntag im Advent: In der Wüste predigen

8. Dezember 2019.

„Stimme eines Rufers in der Wüste : Bereitet den Weg des Herrn; machet gerade seine Pfade!“  (Mt 3, 3)

Man sagt, dass Freunde für bestimmte Gelegenheiten da sind. Und das ist wahr. In schwierigen Zeiten merkt man, ob es echte Freundschaft ist. Das Predigen des Täufers, der das Kommen Jesu, des Messias‘, des Heilands ankündigte, war um so verdienst- und wertvoller, als es schwierig war. Den Glauben an Christus und die Treue zum Papst offen zu bekennen, ist heute viel verdienstvoller und notwendiger als in den 50er Jahren, als das Gegenteil befremdend wirkte und schlecht angesehen war. Aber jetzt kommt es darauf an; jetzt bedarf der Herr seiner am meisten. Dasselbe kann man zum Beispiel von der Berufung zum geweihten Priester oder Ordensbruder/ schwester sagen. Früher, als es nicht viele Alternativen für Jugendliche gab, waren die Seminare und Noviziate voll; jetzt sind sie fast leer. Und dennoch bedarf Christus gerade jetzt der jungen Männer und Frauen, die ihre volle Zeit der Evangelisation und dem Dienst an den Leidenden widmen wollen.

Jeder von uns fühlt sich täglich und oft mehrmals täglich von der Wüste umzingelt und fühlt sogar die Wüste in der Seele. In deinem Umfeld wimmelt es von Kritik an der Kirche und der katholischen Moral. In deinem Innern hegst du sogar Zweifeln, ob es möglich ist, treu das Evangelium zu leben, oder ob es sich lohnt. Drinnen und draußen ist Wüste. Und sie droht, alles zu verschlingen und die Quellen des Wassers des Lebens auszutrocknen, die durch die Sakramente zu uns gelangen und Früchte der Liebe in unseren Händen hervorbringen. Wir müssen so handeln wie Johannes. Wir müssen der Wüste mit dem Wasser der Gnade Gottes entgegentreten, damit sie zurückweicht und dort Früchte hervorgebracht werden, wo es zuvor nichts als Trockenheit und Dürre gab. Und dafür braucht man Mut und muss die Erschöpfung nach der harten Arbeit hinnehmen. Dafür muss man sich mittels des Gebetes und der Sakramente mit den notwendigen Materialien gut versorgen. Dafür muss man auf die Gnade vertrauen.

Vorsatz: Schäme dich Christi und der Kirche nicht! Verteidige sie intelligent, ohne Gewalt! Tue gute Werke der Nächstenliebe im Überfluss, um Zeugnis davon abzulegen, was der Glaube und die Gnade im Menschen bewirken!

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