19. Sonntag im Jahreskreis: Warum hast du gezweifelt?

9. August 2020.

„Und Petrus stieg aus dem Schiff, ging über das Wasser und ging auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er anfing zu sinken, rief er: ‚Herr, hilf mir!‘ Sogleich streckte Jesus seine Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: ‚Du Kleingläubiger! Warum hast du gezweifelt?‘.“  (Mt. 14, 31-33)

Das Normale im Leben ist, Zeiten des Zweifels zu durchleben, Zeiten, in denen uns Gott sehr fern scheint, falls Er für uns überhaupt existiert. Das sind die entscheidenden Zeiten, Zeiten, in denen unser Glauben auf die Probe gestellt wird. Wir hätten gern, dass der Herr uns immer schnell antwortete, dass wir uns niemals einsam fühlten, und dass Gott uns die Probleme löste, wenn sie uns bedrücken.

Stattdessen lassen uns Krankheit, Enttäuschung und Versagen das Gewicht des Kreuzes mit all seiner Härte spüren, des Kreuzes, das Christus auf seinen Schultern trug, und das auch Ihn dazu veranlasste, den Vater zu fragen, warum Er Ihn verlassen habe.

Um den Ausweg aus dieser Situation zu finden, gibt es nichts anderes, als sich der in der Vergangenheit empfangenen Gaben zu erinnern. So oft hat uns Gott seine Existenz und seine fürsorgliche Liebe zu uns bewiesen. Daher haben wir keine andere Wahl, als uns in Seine Hände zu begeben, Ihn um Hilfe zu bitten und wie Petrus auf den See hinauszuspringen, um das Unmögliche zu tun: mit Gottes Hilfe auf der Wasseroberfläche wandeln. Und wenn wir merken, dass wir sinken und uns der Glaube fehlt, dann zögern wir nicht, wie der Heilige Petrus um Hilfe zu bitten, obwohl der Herr uns für unseren mangelnden Glauben ausschimpft! Wandeln auf dem Wasser, das das Verständnis der Pläne Gottes symbolisiert, ist uns nicht möglich. Ebenso wie die Natur uns das verbietet, was sie den Fischen erlaubt, ist unsere Intelligenz begrenzt, wenn es um das Verständnis der Pläne Gottes geht. Aber es ist möglich zu glauben. Glauben, ohne zu verstehen, das Geheimnis annehmen und davon ausgehen, dass Gott größer ist als wir, das befindet sich in unserer Reichweite, vorausgesetzt, wir zählen auf Seine Gnade.

Vorsatz: Wenn du ein Problem hast und meinst, Gott würde dir nicht helfen, dann erinnere dich an frühere Zeiten! Sei geduldig und denke daran, dass Gott auf krummen Wegen gerade geht!