{"id":399,"date":"2015-12-01T22:53:45","date_gmt":"2015-12-01T22:53:45","guid":{"rendered":"http:\/\/franciscanosdemaria.org\/es\/?page_id=399"},"modified":"2017-06-26T21:42:22","modified_gmt":"2017-06-26T21:42:22","slug":"wie-funktioniert-eine-schule-der-dankbarkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/franciscanosdemaria.org\/de\/wie-funktioniert-eine-schule-der-dankbarkeit\/","title":{"rendered":"Wie funktioniert eine Schule der Dankbarkeit?"},"content":{"rendered":"<p><strong>ERSTER SCHRITT: DIE SPIRITUALT\u00c4T KENNEN UND LEBEN<\/strong><\/p>\n<p>Wer die Initiative ergreift, eine \u201eSchule der Dankbarkeit\u201c in Gang zu bringen, muss zuerst die Spiritualit\u00e4t der Franziskaner Marias kennen und versuchen, sie zu praktizieren. Ebenfalls muss er die Funktionsweise der Schulen wenigstens theoretisch kennen.<\/p>\n<p>Die Spiritualit\u00e4t der Dankbarkeit weist viele Facetten auf, die man aber in einem Wort und zwei Pers\u00f6nlichkeiten zusammenfassen kann. Das Wort hei\u00dft \u201eDankbarkeit\u201c<em>,<\/em> und die Pers\u00f6nlichkeiten sind die Jungfrau Maria und der Heilige Franz von Assisi. Beide sind unsere Vorbilder f\u00fcr ein Leben in Dankbarkeit.<\/p>\n<p>Dankbarkeit ist eine menschliche Tugend, die wir, um wahrhaft reife Menschen sein zu k\u00f6nnen, alle \u00fcben sollten. Aus dieser rein menschlichen Sicht heraus \u00fcbt man sie gegen viele: gegen die Eltern, die uns das Leben gegeben haben; gegen alle, die uns unterst\u00fctzen oder unterst\u00fctzt haben und uns zugeneigt sind oder es eine Zeit lang waren; gegen die, die uns bei wirtschaftlichen oder beruflichen Fragen geholfen haben; gegen diejenigen, die zu unserer Ausbildung beigetragen haben, usw. usw. Vor allem aber ist Dankbarkeit eine tief im Christentum verwurzelte Tugend. Nicht umsonst wollte Christus, dass seine Liturgie, seine perfekte Art, Gott mit den Menschen in Verbindung zu bringen, ein \u201eDankfest\u201c<em>,<\/em> eine \u201eEucharistiefeier\u201c, w\u00e4re. Die Dankbarkeit aus einer religi\u00f6sen Perspektive heraus zu leben, bedeutet, es aus der menschlichen Perspektive heraus zu tun und ihr die spirituelle Dimension hinzuzuf\u00fcgen; oder, was dasselbe ist, den Motiven f\u00fcr den Dank die Liebesschuld hinzuzuf\u00fcgen, die wir bei Gott haben, und dem Dank \u2013 sowohl Gott als auch den Menschen gegen\u00fcber- den Charakter der <em>Pflich<\/em>t zu geben. Der Christ ist sich der unendlichen Liebe, die Gott f\u00fcr ihn hegt, bewusst und wei\u00df, dass er seinem Herrn gegen\u00fcber eine \u201ePflicht\u201c des Dankes zu erf\u00fcllen hat. Er wei\u00df auch, dass er dem N\u00e4chsten -d.h. der Familie, den Freunden und allen anderen, die in irgendeiner Weise etwas f\u00fcr ihn getan haben- in Dankbarkeit verpflichtet ist. Die \u201eSchule der Dankbarkeit\u201c versucht, im <em>Sch\u00fcler<\/em> das Bewusstsein dieser Schuld und Pflichten zu wecken. Es handelt sich also darum, sich dessen bewusst zu werden, dass Gott uns liebt, und dass viele Dinge im Leben gut gehen, auch wenn andere schief gehen. Man nimmt an der \u201eSchule der Dankbarkeit\u201c teil, um zu lernen, Gott und dem N\u00e4chsten dankbar zu sein. Und dazu muss man die Motive f\u00fcr die Dankbarkeit herausfinden.<\/p>\n<p>Diese Spiritualit\u00e4t versuchen wir Franziskaner Marias nach unseren beiden Vorbildern, der Heiligen Jungfrau und dem Heiligen Franz von Assisi, zu leben.<\/p>\n<p>Dem Heiligen Franz offenbarte der Herr seinen Schmerz dar\u00fcber, dass die Menschen Ihn nicht liebten, sondern nur um Dinge ansuchten. Die Worte des Heiligen von Assisi -\u201eDie Liebe wird nicht geliebt\u201c- sind ein Ausdruck des von wahren Christen dann gef\u00fchlten Schmerzes, wenn sie erkennen, dass der Herr in den Menschen nicht die Liebe findet, auf die Er ein Recht hat. Daf\u00fcr zu sorgen, dass die Liebe geliebt wird, dass Christus, der die Liebe ist, geliebt wird, und selbst zu beginnen, Ihn zu lieben, das ist das Anliegen der \u201eMissionare der Dankbarkeit\u201c, die, wie erw\u00e4hnt, im Heiligen Franz ein historisches Vorbild ersten Ranges haben.<\/p>\n<p>Die Heilige Jungfrau lebte diese Spiritualit\u00e4t mehr als jeder andere. Denn in ihrem reinen Herzen gab es keine andere Motivation f\u00fcr die Liebe zu ihrem g\u00f6ttlichen Sohn als Dankbarkeit. Niemand liebt ein Kind mehr liebt als sein Vater oder seine Mutter; und keiner kann uns wie Maria lehren, Jesus zu lieben. In ihrer Beziehung zu Jesus gab es nicht einen Schatten von Selbstsucht oder Furcht. Sie tat die Dinge nicht in dem Wunsch, in den Himmel zu kommen, oder aus Angst vor der H\u00f6lle, obwohl es nat\u00fcrlich ihr Wunsch war, ein Leben lang im Paradies zu sein. \u00dcber das berechtigte Interesse an der Erl\u00f6sung hinaus \u00fcberwog im Unbefleckten Herzen Marias die Dankbarkeit Gott gegen\u00fcber. Wir k\u00f6nnen versichern, dass ihr ganzes Leben eine echte \u201eEucharistiefeier\u201c, eine ununterbrochene Danksagung war.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, von Anfang an klarzustellen, dass sowohl die Heilige Jungfrau als auch der Heilige Franz von Assisi zwei hundertprozentig katholische Pers\u00f6nlichkeiten waren. Beide verweisen uns daher auf die volle Treue zur katholischen Kirche, zum Stellvertreter Christi auf Erden, dem Papst, und zu den Di\u00f6zesanbisch\u00f6fen, den Nachfolgern der Apostel. Daran d\u00fcrfen weder der, der eine Gruppe in Gang bringt, noch deren Teilnehmer auch nur den Schatten eines Zweifels hegen.<\/p>\n<p><strong>ZWEITER SCHRITT: DIE RICHTIGEN MENSCHEN VERSAMMELN <\/strong><\/p>\n<p>Was angestrebt wird, wenn man eine \u201eSchule der Dankbarkeit\u201c aufsucht, ist bereits bekannt. Um eine dieser Gruppen in Gang zu bringen, muss nun eine apostolische Aufgabe erledigt werden. Sie besteht darin, die \u201eSchule\u201c denjenigen anzubieten, von denen wir meinen, dass sie daran interessiert sein k\u00f6nnten, sich in diese menschliche und religi\u00f6se Erfahrung zu vertiefen. Es ist wichtig, von Anfang an klarzustellen, was am Ende des vorherigen Abschnittes hervorgehoben wurde: Es handelt sich um eine katholische Gruppe, die immer im Einklang mit der katholischen Kirche stehen und dem Papst\u00a0\u00a0und den Bisch\u00f6fen treu sein will. Zus\u00e4tzlich zu dieser Treue zur Kirche und ihrer Hierarchie m\u00fcssen die Menschen, die zur \u201eSchule\u201c eingeladen werden, nicht nur die Treue zur Spiritualit\u00e4t, sondern auch zur Methode akzeptieren.<\/p>\n<p>Diese Methode besteht aus zwei Teilen. Einer wird inner- und der andere au\u00dferhalb der Gruppensitzung vorgenommen. In der Sitzung, der eigentlichen \u201eSchule der Dankbarkeit\u201c, tragen die Gruppenmitglieder die Ergebnisse ihrer in der vorausgegangenen Woche getanen \u201eArbeit\u201c zusammen; und sie werden sich der \u201eArbeit\u201c bewusst, die sie in der folgenden Woche auszuf\u00fchren haben. Das Wichtigste wird also nicht inner-, sondern au\u00dferhalb der Gruppensitzung erledigt. Die Sitzung ist immer Ankunfts- und Ausgangspunkt. Man kommt mit den w\u00e4hrend der Woche gelebten Erfahrungen und geht, um neue Liebestaten zu vollbringen. Die Gegenwart des Herrn inmitten der J\u00fcnger (Mt. 18, 20) w\u00e4hrend der Sitzung garantiert -wenn Er wirklich da ist- eine dankbare, tr\u00f6stliche und erleuchtende Begegnung mit Ihm selbst und beim Auseinandergehen vermehrten Schwung und ein st\u00e4rkeres Bed\u00fcrfnis, Christus zu lieben und andere dazu zu bringen. Die w\u00f6chentliche <em>Arbeit<\/em> besteht in der pers\u00f6nlichen Erf\u00fcllung dreier sich erg\u00e4nzender und gleicherma\u00dfen wichtiger Aufgaben. Die erste betrifft das geistige Leben (d.h. das t\u00e4gliche Gebet, den m\u00f6glichst t\u00e4glichen Gang zur Messe, die h\u00e4ufige Beichte). Die zweite bezieht sich auf die Weiterbildung (: Beim t\u00e4glichen Gebet darf eine bestimmte Zeit der Meditation \u00fcber -insbesondere die im Fortbildungsthema des Monats angezeigten- Motive f\u00fcr unsere Dankbarkeit Gott gegen\u00fcber nicht fehlen). Die dritte betrifft das Praktizieren des Evangeliums als konkreten Beweis f\u00fcr unsere Liebe zum Herrn. (Sie besteht darin, den dem Sonntagsevangelium entnommenenen w\u00f6chentlichen Vorsatz, das sogenannte \u201eLebenswort\u201c, in die Praxis umzusetzen.) Als Erg\u00e4nzung zu dieser \u201eArbeit\u201c, die das Mitglied der \u201eSchule\u201c in seinem normalen Leben ausf\u00fchren soll, und die in der Sitzung ausgewertet wird, sind, wie gesagt, alle Franziskaner Marias eingeladen (diese Einladung wird f\u00fcr diejenigen, die ein Gel\u00fcbde abgelegt haben, zur Verpflichtung), immer wenn m\u00f6glich, ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten im Dienst Bed\u00fcrftiger zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Zu den \u201eSchulen der Dankbarkeit\u201c k\u00f6nnen alle Interessenten eingeladen werden; jene, die sich in anderen geistlichen Bewegungen innerhalb der Kirche engagieren, immer dann inbegriffen, wenn sie nicht in Verwirrung geraten und in der \u201eSchule\u201c erg\u00e4nzende Erfahrungen zu dem an anderer Stelle Gelernten machen. Die Gruppe kann sich aus verheirateten oder ledigen, jungen oder alten Menschen zusammensetzen. Anzustreben ist eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Homogenit\u00e4t: ein \u00e4hnliches Alter oder ein \u00e4hnlicher Familienstand, zum Beispiel eine \u201eSchule der Dankbarkeit\u201c f\u00fcr Jugendliche oder Ehepaare oder Frauen. So kann die Kommunikation besser vertieft werden, denn die \u00c4hnlichkeit der Situationen f\u00f6rdert das Verst\u00e4ndnis unter den Mitgliedern.<\/p>\n<p><strong>DRITTER SCHRITT: IN DER EINHEIT WACHSEN<\/strong><\/p>\n<p>Sobald man wei\u00df, was man tun will, und auf Leute daf\u00fcr z\u00e4hlen kann, muss man sich mit der Quelle der Spiritualit\u00e4t in Verbindung setzen. Diese Einheit mit der Quelle ist f\u00fcr ein konsequentes und geradliniges Wachstum ohne Abweichungen unverzichtbar. Andernfalls l\u00e4uft man Gefahr, ein kirchliches Charisma zu manipulieren und einen Namen und ein Projekt zu veruntreuen. Auch wenn sich die \u201eSchulen der Dankbarkeit\u201c eines hohen Ma\u00dfes an Autonomie erfreuen, so wird doch vorausgesetzt, dass die praktische Aus\u00fcbung dieser Spiritualit\u00e4t in der Einheit erfolgt, denn ohne Einheit gibt es keine Liebe und ohne Liebe keine Dankbarkeit.<\/p>\n<p>Anfragen bez\u00fcglich aller zu erf\u00fcllenden Voraussetzungen k\u00f6nnen per E-Mail an <a href=\"http:\/\/www.frmaria.org\/%22\/%22mailto:consultas@frmaria.org\/%22\/%22\"><strong>consultas@frmaria.org<\/strong><\/a> oder an den f\u00fcr das jeweilige Land zust\u00e4ndigen Koordinator der Franziskaner Marias (siehe Rubrik <u>Kontaktieren Sie uns<\/u> auf dieser Webseite) gerichtet werden.<\/p>\n<p>Der Wunsch der Franziskaner Marias ist es, wie gesagt, die Welt mit Menschen zu f\u00fcllen, die ihre Beziehung zu Gott und dem N\u00e4chsten auf der Grundlage der Dankbarkeit leben. Gemeint sind Menschen, die sich -au\u00dfer zur Bitte um Hilfe- auch beim Herrn einfinden, um Ihm zu danken und sich Ihm darzubieten. Unser Traum w\u00e4re es, die Welt zu f\u00fcllen mit Christen, die ihre Beziehung zu Gott so leben, dass der Heilige Franz, h\u00e4tte er erneut eine Vision, lachend und nicht weinend sagen k\u00f6nnte: \u201eDie Liebe wird gewiss geliebt\u201c. Wir wollen die Liebe lieben und daf\u00fcr sorgen, dass sie geliebt wird. Deswegen nennen wir uns \u201eMissionare der Dankbarkeit\u201c. Aber nichts davon ist m\u00f6glich ohne die Einheit mit der Hierarchie der Kirche und untereinander, zumal die unabdingbare Voraussetzung f\u00fcr die Evangelisierung das Agieren Gottes ist:\u00a0 Er r\u00fchrt die Herzen der Menschen und entz\u00fcndet in ihnen die Flamme seiner Liebe. Und der Herr, als w\u00e4re es Sein Testament, betete kurz vor Seinem Tod: \u201eVater, alle seien eins, damit die Welt glaube\u201c. Ohne Einheit gibt es keine apostolische Wirksamkeit und unsere Mission ist zum Scheitern verurteilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ERSTER SCHRITT: DIE SPIRITUALT\u00c4T KENNEN UND LEBEN Wer die Initiative ergreift, eine \u201eSchule der Dankbarkeit\u201c in Gang zu bringen, muss zuerst die Spiritualit\u00e4t der Franziskaner Marias kennen und versuchen, sie zu praktizieren. 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