4. Sonntag im Jahreskreis: Die christliche Freude

1. Februar 2026.

         Die Erzählung der Seligpreisungen wird als moralisches Projekt des Christentums erachtet. Obwohl es sich, wie Christus beim Letzten Abendmahl lehrte, in einem einzigen Gebot, dem Gebot der Liebe, zusammenfassen lässt, wird es in eine neue und originelle Art von Geboten aufgeschlüsselt. Es geht jetzt nicht mehr darum, das Böse zu unterlassen, sondern vor allem darum, Gutes zu tun. Und um Gutes zu tun, haben wir mit unserem Geld großzügig zu sein, was uns ein bisschen ärmer macht und zugleich die, denen wir helfen, ein bisschen weniger arm. Um Gutes zu tun, haben wir unseren Verpflichtungen nachzukommen, obwohl wir davon ausgehen müssen, dass sie uns so manche Träne vergießen lassen. Um Gutes zu tun, haben wir die Sache der Gerechtigkeit zu verteidigen und müssen deshalb denen, die Unrecht leiden, zur Seite stehen, trotzdem man uns zu den Verfolgten zählte. Um Gutes zu tun, haben wir für den Frieden zu arbeiten und den Gewaltsituationen die Schärfe zu nehmen, auch wenn wir uns damit das Leben schwer machen und das Risiko eingehen, von beiden Konfliktparteien angegriffen zu werden. Um Gutes zu tun, müssen wir vergeben, sogar dann, wenn wir von der anderen Partei keine ähnliche Behandlung erfahren.

         Man muss anstreben, alle Seligpreisungen auszuüben. Aber zumindest sollte man bei einer beginnen -bei der, die man für sich selbst am einfachsten erachtet- und sich darauf spezialisieren, ohne die anderen zu vergessen. Sei friedlich! Sei großzügig! Sei  demütig! Sei klug! Sei sittsam! Sei ehrlich! Und du wirst glücklich sein, wie Christus es verspricht.

Vorsatz: Wähle dir die für dich einfachste Tugend aus! Lebe sie gründlich! Werde ein Spezialist auf diesem „Gebiet“! Und nimm dir danach die nächste vor!

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