26. April 2026.
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür hineingeht in das Gehege der Schafe, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, der ist Hirt der Schafe.“ (Joh. 10, 1-3)
Können Sie sich einen Christen vorstellen, der die Botschaft des Herrn liebt, Christus aber nicht ertragen kann? Können Sie sich einen Franziskaner vorstellen, der von der Botschaft der Einfachheit und Armut des Heiligen von Assisi begeistert ist, den Heiligen Franziskus aber nicht akzeptiert? Es wäre ein Unding, ein Widerspruch. Jede geistige Heimat, ebenso wie jede materielle Heimat, hat eine Tür. Und wenn man zum Hause gehört und kein Dieb oder Räuber ist, dann muss man durch sie hindurchgehen. Christus ist die Tür zum Christentum. Und keiner kann Christ sein, ohne Christus zu lieben und ohne zu wünschen, Christus nachzufolgen und Ihn anzubeten.
Theoretisch sind alle damit einverstanden. Doch in der Praxis konstruieren sich viele Menschen einen Christus nach ihren eigenen Maßen. Gelegentlich unterstützt von Theologen oder Priestern, die sich nicht in Gemeinschaft mit der Kirche befinden, wählen sie aus Christi Botschaft das aus, was ihnen nicht gefällt, und tilgen es. Sie bringen gleichzeitig die in diesen Tagen so oft wiederholte Entschuldigung vor, dass das der Herr vielleicht nicht gesagt hat, sondern dass es möglicherweise später hinzugefügt wurde, gewissermaßen als Ergebnis des Interesses der Päpste von Rom am Befehlen, oder ähnliche Dinge, die man so leicht dahinsagt.
Dem Herrn nachzufolgen bedeutet für uns, die wir -wie Maria und der Heilige Franziskus- Christus und seiner Kirche immer treu sind, nicht nur, durch die Tür, die Er als Meister repräsentiert, hineinzugehen, sondern auch durch die Pforte der Kirche, die uns in jedem konkreten Moment der Geschichte zu erkennen hilft, was Gott will. Es darf nicht vergessen werden, dass die Kirche den mystischen Leib Christi darstellt, und dass man nicht bei Christus sein kann, ohne bei der Kirche zu sein.
Vorsatz: Habe durch das Gebet eine persönliche Beziehung zum Herrn, der dein Hirte ist! Und wenn du bezüglich irgendeiner moralischen Norm Zweifel hegst, dann akzeptiere das, was die Kirche dazu sagt!

