15. November 2026.
„Denn wie bei einem Manne ist es, der außer Landes ging, seine Knechte rief und ihnen sein Vermögen übergab. Einem gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten ein einziges, einem jedem nach seiner Fähigkeit; dann reiste er fort…“ (Mt. 25, 14-15)
Das lange schöne Gleichnis, das uns das Evangelium dieses Sonntags erzählt, lädt uns ein, über des Herrn Verteilung der Talente nachzudenken, und insbesondere über die, die uns zugefallen sind. Vielleicht scheint es uns, dass Er den anderen mehr gegeben hat oder solche, die wir gerne gehabt hätten. Wir wären überrascht, wenn wir erführen, dass diese so beneideten Leute uns oder andere, deren Talente sie nicht besitzen, umgekehrt vielleicht genauso beneiden.
Es handelt sich nicht darum umherzugehen und zu vergleichen, wer mehr und wer weniger hat, sondern um zu bemerken, was jeder von uns empfangen hat, und das Bestmögliche daraus zu machen, um den von Gott erwarteten Ertrag zu erzielen. Der Herr hat in uns investiert und ist zum Erhalt von „Zinsen“ berechtigt. Seine Investition hatte viele Facetten: eine religiöse Familie, in der wir den Glauben und eine hohe Meinung von Sitte und Pflicht empfangen haben; bestimmte kulturelle Möglichkeiten; die Geburt in eben dem und keinem anderen Land; Gesundheit; Freunde; das Zusammentreffen mit einer bestimmten Person oder Gruppe, die einem im Leben geholfen hat; usw. viele weitere Dinge. Alle sind Geschenke von Gott, die uns nicht aus Lust und Laune zugeteilt wurden, oder damit nur wir von ihnen profitieren, sondern damit sie Früchte hervorbringen, an denen alle reich werden können. Gott hat das Recht darauf, in Proportion zum Gesäten, zum Investierten zu ernten. Und wenn er es nicht tut, dann vergessen wir nicht, was das Gleichnis auch lehrt: wer keinen Ertrag bringt, von dem wird der Herr Rechenschaft fordern!
Vorsatz: Prüfe die von Gott erhaltenen Gaben, um Ihm dafür danken und dich dafür ¿verausgaben? zu können! Was geschähe, wenn sie mir genommen würden, weil ich keine Frucht gebracht habe?