1. November 2026.
„Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich…“ (Mt. 5, 1-12a)
Das Hochfest „Allerheiligen“ nimmt Bezug auf den Evangelientext der Seligpreisungen. Auf diese Weise wollte die Kirche die Katholiken nicht nur daran erinnern, dass alle zur Heiligkeit berufen sind. -Jene unzählige Legion von anonymen Heiligen, deren Fest an diesem Tag gefeiert wird haben sie bereits erreicht.- Sondern sie wollte sie ihnen auch in Erinnerung rufen, dass der Weg zur Heiligkeit unbedingt durch die Liebe führt. Eigentlich sind Liebe und Heiligkeit Synonyme. Wer liebt, ist heilig, und der Heilige liebt. Aber der, der liebt, ist arm, weil er mit dem teilt, der weniger hat. Er weint mit den Weinenden, er leidet mit den Leidenden, er speist den Hungrigen, und sein Herz quillt aus Barmherzigkeit ebenso über wie seine Hände. Er ist reinen Herzens, denn er nähert sich dem Nächsten nicht, um ihn auszunutzen und ihn aus seinen egoistischen Interessen heraus zu manipulieren. Er bemüht sich zu vergeben, das heißt, er ist nicht nur friedlich, sondern stiftet Frieden. Und selbst wenn er verfolgt wird, weil er liebt und weil er Christ ist, ist er glücklich, weil er weiß, dass er Christi Schicksal teilt.
Aber wenn Liebe und Heiligkeit Synonyme sind, dann gibt es noch ein weiteres Synonym: Glück. Denn wer liebt, ist glücklich. Und in Wirklichkeit ist nur der Heilige vollkommen glücklich. Für den Christen kommt das Glück nicht aus dem Nichtvorhandensein von Problemen oder aus einer Unempfindlichkeit den Verletzungen gegenüber, die einem seine Lieben un- oder absichtlich zufügen. Das Glück liegt immer dann in der Fülle der Liebe, wenn sie wahrhaftig ist. Wer am meisten liebt, ist der glücklichste, obwohl es für ihn beinhaltet, sich das Leben schwerzumachen, wie es Christus für uns tat.
Vorsatz: Als ersten Schritt zur Heiligkeit erfülle deine eigenen Verpflichtungen! Und dann gehe darüber hinaus und sei nicht mit dem Minimum zufrieden, sondern strebe danach, alles dir Mögliche zu geben!