3. Mai 2026.
„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wäre es nicht so, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“ (Joh. 14, 1-2)
„Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen“. Mit diesen Worten wollte der Herr uns vielleicht andeuten, dass es im Himmel Wohnstätten für Viele gibt und die Rettung nicht auf ein paar Dutzend Auserwählter beschränkt ist. Aber er wies uns auch darauf hin, dass sich dort andere, die nicht zu uns gehören, aufhalten können. Das heißt, das Heil ist offen für Nicht- Katholiken, wie es die Kirche lehrt. Auf jeden Fall bezog Er sich sicher darauf, dass es viele legitime Wege, Ihm nachzufolgen, gibt, vorausgesetzt man lebt in Gemeinschaft mit der Kirche. Manchmal verschwenden wir Katholiken die Zeit damit, andere Katholiken, die verschiedenen Gruppen oder Bewegungen angehören, zu kritisieren. Einige verabsolutieren die Eigenheiten ihrer Spiritualität derart, dass sie diejenigen, die nicht in ihrer Gruppe sind, nicht als wahre und echte Christen erachten und finden, dass jene über unzureichende Qualität verfügen oder zumindest irgendwie die Zeit vergeuden.
Es gibt Unterschiede, die in der Tat nicht legitim sind, wie solche, die einer falschen Auslegung des Wortes Gottes oder der Tilgung irgendeiner moralischen Norm entspringen. Deshalb ist es wichtig, das Lehramt des Papstes und der Bischöfe zu akzeptieren, da sie es sind, die über des Heiligen Geistes Gabe der Einsicht verfügen. Abgesehen von dieser Ausnahme -und es ist die Kirchenhierarchie, die die Macht hat, darüber zu urteilen, welcher Pfad kein vollständig katholischer ist- haben wir den Weg des anderen zu achten. Und vor allem müssen wir die legitimen Unterschiede zwischen den Menschen respektieren, ohne den Anspruch darauf zu erheben, dass alle so wie wir zu sein oder zu denken haben. Freue dich darüber, dass es in der Kirche verschiedene Wege gibt, und liebe den des anderen so, als wäre es deiner!
Vorsatz: Nimm den anderen so an, wie er ist! Versuche nicht, ihn in eine Kopie deiner selbst zu verwandeln! Respektiere sein Recht darauf, anders zu sein, wenn es sich um die Punkte handelt, bezüglich derer anders zu sein legitim ist!

