15. Sonntag im Jahreskreis: Frucht geben

12. Juli 2026.

„‘Seht, ein Sämann ging aus zu säen. Und als er säte, fiel einiges auf den Weg, und es kamen die Vögel [des Himmels] und fraßen es auf… Anderes jedoch fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, das eine hundertfältig, das andere sechzigfältig, das andere dreißigfältig…‘“  (Mt. 13, 3-9)   

         Wir brauchen nicht viele Erklärungen, um das Gleichnis vom Sämann zu verstehen. Wir brauchen vielmehr Ehrlichkeit um zuzugeben, dass in jedem von uns gesät und dagegen nicht immer die Frucht oder nicht alle mögliche Frucht hervorgebracht wurde. Und das nicht deswegen, weil der Samen nicht gut war, oder weil das Feld nicht gut war, sondern vielmehr weil sich der Bauer -wir- nicht um den Boden gekümmert und die Gaben Gottes nicht optimal zu nutzen verstanden hat.

         Vielleicht wohnt die Mittelmäßigkeit der menschlichen Natur inne, aber auch so ist es schade und ein großer Verlust. Erinnern wir uns der Verse con José María Pemán in „Der ungeduldige Göttliche“, die er dem Heiligen Franziskus Xaver in den Mund legt:

         „Ich bin eher ein Freund des Windes, meine Dame,

         als der Brise.

         Und das Gute muss schnell getan werden,

         Denn das Böse verliert keine Zeit.“

         Wir beschweren uns häufig über die Dinge, die schiefgehen. Warum fragen wir uns nicht, was wir tun könnten, was wir getan haben oder tun, damit sie gut gehen? Niemand wird dich für das ungetane Gute, das du nicht tun kannst, anschuldigen. Aber deine Unterlassungssünden werden für immer auf deinem Konto verzeichnet werden. Und wahrscheinlich werden sie am Tage des Letzten Gerichts den längsten, dunkelsten und gewichtigsten Teil ausmachen.

Vorsatz: Jedes Mal, wenn du dich darüber beklagen möchtest, dass etwas im Dienst, in der Familie oder Gesellschaft schiefgeht, dann denke: Was kann ich tun, was habe ich getan, was tue ich?! Und tue etwas!

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