6. September 2026.
„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt. 18, 20)
Christus ist mitten unter den Jüngern realpräsent, ebenso wie in der Eucharistie, auch wenn es eine andere Art von Realpräsenz ist. Aber wie in der Eucharistie müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, erstens die Einheit und zweitens, dass es sich dabei um eine Einheit im Namen des Herrn handelt.
Wenn man das zu erhaltende Geschenk -die Realpräsenz des Herrn- bedenkt, dann versteht man, dass sich jede Anstrengung lohnt, um das Versprochene zu erlangen. Das Opfer, das zum Beispiel die Demut und die Annahme der Fehler des Nächsten darstellen, wird durch die Freude kompensiert, die das Zusammenleben mit Christus bringt. Wer bei Ihm ist, lebt im Himmel. Wenn die Einheit zerbrochen ist, wenn wir Christus von unserer Seite gestoßen haben, erleben wir die Hölle. Nicht umsonst ist es der Himmel, mit Gott, und die Hölle, ohne Ihn zu sein. Wie oft erlebt man dies zum Beispiel zu Hause. Wenn die Liebe fehlt, hört man oft: „Dieses Haus ist die Hölle.“ Die das sagen, haben recht, wissen aber nicht, warum das so ist. Es ist die Abwesenheit Jesu, eine der Lieblosigkeit eng verknüpfte Abwesenheit, die das gemeinsame Leben unmöglich macht.
Aber außerdem muss diese Einheit im Namen des Herrn erfolgen, was die Bindung an Ihn und die Kirche, die Ihn repräsentiert, erfordert. Dies hat auch seinen Preis: Die Lehren der Kirche müssen akzeptiert werden; alle, einschließlich derer, die schwerer zu verstehen oder zu praktizieren sind.
Der Preis scheint hoch, aber es lohnt sich. Andererseits machen wir uns nichts vor: bezahlen wir den Preis für die Einheit nicht, dann den für die Teilung! Wer keinen Versuch unternimmt, die Familie zusammenzuhalten, der muss die Folgen der Uneinigkeit ertragen. Und wenn wir schon zu zahlen haben, dann besser für das, was uns an Gott bindet und uns auf Erden glücklich macht.
Vorsatz: Setze folgende Maxime in die Praxis um: „Das weniger Perfekte in Einheit ist wertvoller als das Perfekte in Uneinigkeit“! Übe Demut, Geduld und Kirchentreue!

